Halle Nord - Finanzlage wird zu Enttäuschungen führen

17.04.2012
Klaus Peter Wennemann

Der demografische Wandel führt dazu, dass wir weniger Schüler und auch weniger junge Menschen, die in den Vereinen Sport treiben, haben. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Älteren die Betreuung brauchen stetig zu. Eine Verschiebung von Haushaltsmitteln in diese Richtung ist deshalb sicher.

Die Sportvereine verzeichnen Mitgliederrückgänge, gleichzeitig ist aber ein Trend, hin zur Hallennutzung gegeben. Viele Sportarten, die früher auch bei widrigen Witterungsverhältnissen draußen stattfanden, finden heute in der Halle statt. Feldhandball kennt kaum noch jemand und auch viele der modernen, früher unbekannten Sportarten sind Hallensportarten. Ob dieser Trend so uneingeschränkt fortgeschrieben werden kann?

Klar sind zunächst die Prioritäten: Schulsport hat Vorfahrt, dann kommt der Breitensport und dann die speziellen Belange des Spitzensports.

Wer die geringen Spielräume kennt, die nach den Pflichtaufgaben im Haushalt noch für die freiwilligen Leistungen bleiben, kann unschwer erkennen, dass Wünsche, die die, manchmal

sehr extensiv formulierten Ansprüche von Sportverbänden an die Hallenausstattung abdecken, nicht mehr erfüllbar sind. Hier ist es die Aufgabe der Vereine die Verbandsfunktionäre auf die finanzielle Situation der Kommunen hinzuweisen.

Jungen Menschen, egal ob Schüler oder Freizeitsportler kann zugemutet werden auch einmal vertretbar längere Wege in Kauf zu nehmen und auch in einer Halle zu trainieren, die nicht immer die Halle des nächsten Heimspiels ist. Älteren Menschen, zumal mit Gebrechen ist ein längerer Weg eben nicht zumutbar.

Hameln verfügt über rund zwei Dutzend Hallen, hinzukommen vielleicht in Zukunft noch Sportstätten des britischen Militärs. Eine Optimierung der Hallennutzung ist deshalb vorrangiger Lösungsansatz, dabei müssen die Vereine auch einmal durchforsten, wo die Ausnutzung durch Sportgruppen zwischenzeitlich unterdurchschnittlich ist. Sollte dann doch eine neue Halle notwendig sein, dann muss im Dialog aller Beteiligten eine Lösung gefunden werden, die langfristig stabil ist. Hier ist aber besonders die Verwaltung in der Pflicht alle verfügbaren Informationen aufzubereiten.

Es darf nicht der Verdacht entstehen, das Politiker, die an ein reduziertes Anspruchsdenken und an solide Haushalte appellieren, das große Engagement der vielen Ehrenamtlichen in unseren Sportvereinen geringschätzen und die großen Verdienste, die gerade der Vereinssport bei Themen wie Integration und Gesundheit hat unterschätzen.

Gute Sportler sind nach meiner Erfahrung Teamplayer, Optimisten und Realisten. Deshalb wird man, wenn man den Dialog ehrlich führt, auch bei den Vereinen auf Verständnis treffen.

In Hameln haben wir dann auch noch den Glücksfall, dass der Vorsitzende des Kreissportbundes, Fred Hundertmark, viele Jahre ein erfolgreicher Kreiskämmerer war, der von allen, die ihn kennen, wegen seiner unkomplizierten Bodenständigkeit, seiner Nähe zu den Menschen und seines Sachverstandes geschätzt wird. Ich kann mir keinen besseren Moderator bei diesem Thema vorstellen. (Klaus-Peter Wennemann, Vorsitzender FDP, Hameln)

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