Strassen nach Frauen benennen

02.04.2019

I. Vorbemerkungen zum Antrag:

Die Gleichberechtigung von Frauen ist in Art. 3 Abs. 2 GG manifestiert.Dennoch ist die Gleichberechtigung der Frauen auch in der heutigen Gesellschaft noch nicht vollständig vollzogen.Der Kampf für die Gleichberechtigung ist ein langjähriger und steininger Weg.

Die Tatsache, dass die Gleichberechtigung noch nicht vollzogen ist, stellt sich in vielen Dingen dar, unter anderem bei der Besetzung von Führungspositionen, Anzahl der Mandate in politischen Gremien.

Die insbesondere in der Vergangenheit nicht vorhandene Gleichberechtigung spiegelt sich auch bei den Namen von Straßen wieder. Die Anzahl von Straßennamen, die den Namen von Frauen tragen, ist deutlich geringer, als die Anzahl von Straßennamen, die den Namen von Männern tragen.

Es ist daher unser Vorschlag bei der Auswahl der Straßennamen für die englischen Liegenschaften in Hameln darauf zu achten, dass diese den Namen von bedeutenden Frauen tragen sollen. So wird sich im Bereich der Linsingen Kaserne als prägender Name „Elisabeth-Selbert-Straße" anbieten.

Für die derzeitige Konversationsfläche, die von der Verwaltung den Arbeitsnamen „Bailey“ hat , wird daher für die Erschließungsstraße die Auswahl des Namen verdienter Frauen vorgeschlagen.

Begründung:

Die Richterin, Frau Dr. Erna Scheffler, hatte gegen alle Männer und gegen alle Widerstände im Bundesverfassungsgericht die Durchsetzung des Art. 3 II GG betrieben. Sie war allein als Frau die erste Richterin beim Bundesverfassungsgericht.

Viele hochrangige Juristen, auch beim Bundesverfassungsgericht, hielten den Satz der Gleichstellung lediglich für einen unverbindlichen Programmsatz.

Erna Scheffler hat sich gegen diese damals traditioneller Einstellung durchgekämpft und hatte die Gleichbehandlung, so wie sie heute selbstverständlich erscheint, grundlegend verfolgt und in bedeutenden Urteilen durchgesetzt.

Dies ergibt sich aus den Ermittlungen des Juristen und Journalisten Dr. Thomas Darnstädt, der zwei Jahre die bisher verschlossenen Akten im Archiv des Bundesverfassungsgerichtes ausgewertet hat.

Er bezeichnet diese Vorgehensweise von Frau Erna Scheffler als eine der beeindruckensten Einblicke, die er in der den Akten vorgefunden hat.

Die Frage, ob die Erschließungsstraße als Weg, Straße oder Allee bezeichnet wird ist eine zweite Entscheidung, die zu treffen ist.

Eine Allee ist eine Straße mit einer Reihe oder zwei Reihen Begleitgrün. Sie wertet das neue Baugebiet auf und der Name ist bereits prägend dafür, dass ein grüner Gürtel, wie von der Politik gewollt, auch in diesem neuen Baugebiet prägend ist.

 
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