Politiker fordern freie Sicht auf die Weser

18.10.2010

Uwe Schoormann (SPD) bittet Hering in seinem Schreiben, sich vor Ort umzusehen, um die Situation bewerten zu können und damit "sie einen Vorher­INachher-Vergleich" habe. Denn, so Schoormann, zwischen dem fertig gestellten Bereich, in dem ein 1,70 Meter hoher blauer Gitterzaun die Promenade vom Schleusengelände trennt, und der vorhandenen bisherigen Lösung "liegen optisch Welten". Der vorhandene Zaun ist wesentlich niedriger als der neue und behindert den Blick der Passanten auf die Weser in keiner Weise. Aus städtebaulicher Sicht erscheint laut Schoormann die neue Lösung für eine Touristenstadt wie Hameln nicht akzeptabel. "Stellen Sie sich Ihren Zaun einmal am Maschseeufer vor", zieht der Sozialdemokrat in seinem Brief einen Vergleich. Seit Jahren versuche die Stadt eine Attraktivitätssteigerung und Belebung des Weserufers zu erreichen, dabei sei der Zaun "alles andere als eine Unterstützung unserer Zielsetzung".

Wie Schoormann bittet auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans Wilhelm Güsgen darum, die "Entscheidungen nochmals zu überdenken", wohl wissend, dass keiner der Hamelner Politiker eine Handhabe gegen den Bau des Zaunes hat. Güsgen verweist in seinem Schreiben darauf, dass Hameln auf dem Werder häufig Probleme mit randalierenden Jugendlichen gehabt hat, sich der Rat trotzdem gegen eine Einzäunung entschieden habe. "Auch hohe Zäune können jederzeit überklettert werden", womit Sicherheit dann wieder nicht gewährleistet werden könne. Auch an der Hamelner Schleuse nicht, so Güsgens Vermutung.

Auch Fritz Rieger von der Bürgerliste schlägt sich auf die Seiten der Hamelner, die sich über den Bau des blauen Zaunes ärgern, und greift in seinem Anschreiben zu harten verbalen Bandagen. "Mit seinem Blau erinnert er uns an Guantanamo. Dies kommt uns vor, wie eine Ausgrenzung für die Bewohner rund den Tourismus", schreibt er und erinnert daran, dass "wir vor Jahren Mauern und Zäune" eingerissen hätten. Rieger fordert die Wasser- und Schifffahrtsdirektion auf, die Höhe des Zaunes auf einen Meter zu begrenzen.

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