Zeitdiebe unerwünscht

27.01.2012

Hameln (HW). Der Vorhang für den gestern zum ersten Mal tagenden neuen Ausschuss für Umwelt, Nachhaltigkeit und Klimaschutz war gerade aufgegangen, als sich dessen Vorsitzender Rainer Sagawe „in eigener Sache“ zu Wort meldete. Der Politiker der Grünen kündigte eine „kurze Erklärung“ an, legte dafür die Leitung der Sitzung in die Hände seiner Stellvertreterin Karin Echtermann (SPD) und fing an, umfassend über die „Welt im Wandel“ zu referieren und aus dem „Gesellschaftsvertrag für eine große Transformation“ zu zitieren. Die Ausschussmitglieder schauten sich über Parteigrenzen hinweg fragend an, ihre Gesichter wurden mit zunehmender Dauer des Monologs länger und länger, die Hälse immer dicker.

Als der Rats-Neuling dann nach gefühlter Ewigkeit seine Ausführungen beendet hatte, platzte Waltraud Mehring der Kragen: „Ich warte immer noch auf Ihre Erklärung. Sie erzählen uns hier seit zehn Minuten, was wir alle längst wissen“, herrschte die Sozialdemokratin den Vorsitzenden an. Und ein sichtlich genervter Hans Wilhelm Güsgen (FDP) polterte: „Wir haben jetzt hier fünf Jahre miteinander zu tun. Meine Bitte: Teilen Sie uns nicht ständig mit, was längst bekannt ist. Es ist unsere Zeit, die Sie hier stehlen. “

Der Gescholtene schwieg verlegen. Er konnte sich im Verlaufe der weiteren Sitzung – es wurde exakt drei Stunden getagt – nicht verkneifen, die Kollegen dazu zu ermahnen, sich kurzzufassen. Die aber fühlten sich verhöhnt.

Quelle: DEWEZET

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