„Jeder mag uns – aber nicht jeder wählt uns“

09.01.2012
Hameln (CK). „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“, hat einst Showmaster Rudi Carrell gefragt. Im Liedtext gibt ein Milchmann die Schuld am miesen Wetter der SPD. Einen richtigen Winter haben wir derzeit auch nicht, und vielleicht kommt mancher auf die Idee, dafür die FDP verantwortlich zu machen, so schlecht steht es um die Popularität der Partei.

Sei’s drum: Beim Dreikönigsball der Liberalen im Forsthaus Finkenborn ist von Katerstimmung oder Katzenjammer nichts zu spüren – Stadtverband und Fraktion haben wieder volles Haus. Unter den Gästen: natürlich Vertreter der CDU (Bürgermeisterin Sylke Keil, Fraktionschef Claudio Griese, Ratsherr Gerhard Paschwitz), aber auch der SPD (die Ratsmitglieder Werner Sattler und Karin Echtermann) und erstaunlicherweise viele Ehemalige (Monika Stork-Meier, Peter Martin, Ute Paeschke sowie Ex-Stadtdirektor Eckhard Koss und der frühere Fachbereichsleiter Wolfgang Kaiser).

„Jeder mag uns, aber nicht jeder wählt uns“, durchaus ironisch skizziert Fraktionschef Hans Wilhelm Güsgen die Lage seiner Partei in seinen Begrüßungsworten. Der FDP geht es nicht gut – „in Umfragen und in der Wirklichkeit“. Güsgen weiß, was er seinen Gästen schuldig ist. Er fordert sie auf, „mit uns zusammen an die Zukunft der SPD zu glauben“. Das ist dann doch zu viel, der Versprecher wird mit mildem Entsetzen quittiert. Güsgen nimmt’s gelassen: „Das Totenglöcklein läutet noch nicht.“ Auf die FDP könne man auch in Hameln nicht verzichten, ist er sicher. Allerdings haut er seinen liberalen Bundespolitikern um die Ohren: „Ein ,weiter so‘ darf es nicht geben!“ Und das Wort „Steuererleichterung“ könne er schon gar nicht mehr hören. Doch auch wenn die FDP bei der letzten Kommunalwahl regelrecht zerfleddert worden sei: „Unsere Erfahrung wird gebraucht, Herr Griese!“ Gab sich der Fraktionschef noch launig, so gelang es Christian Rascher, dem Parlamentarischen Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion, nicht, die Besucher zu unterhalten. „Ich gucke aufgeregt auf mein Handy“, war alles, was er (in Anspielung auf die geplatzte Jamaika-Koalition im Saarland) zur Unterhaltung beitrug. Und auch der Zweckoptimismus der Kreisvorsitzenden Martina Tigges-Friedrichs („mit der FDP geht es bergauf“) ging nicht einmal als Witz durch.

Das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch. Melanie und Thomas sorgten für flotte Rhythmen, Christine (22) und Alerxander (20), dreimalige Landesmeister, mit akrobatischen Tanzeinlagen für reichlich Beifall. Und lösten vielleicht bei dem einen oder anderen den Wunsch aus, demnächst doch mal einen Tanzkurs zu besuchen …

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