„Ich werde auf Hameln verweisen“

07.08.2013

Obwohl sich die in Wennigsen lebende Politikerin auf europäischer Bühne schwerpunktmäßig für Transport und Tourismus engagiert, gilt ihr Interesse noch immer der Sozialpolitik. Von 2003 bis 2009 war Gesine Meißner Mitglied des niedersächsischen Landtags und Vorsitzende des Ausschusses für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit.

„Wir fragen nicht, woher die Leute kommen, sondern bieten unsere Hilfe an“, erklärte Hans-Jürgen Krauß der Europa-Politikerin. Der ehemalige Oberkreisdirektor des Landkreises Hameln-Pyrmont ist Vorsitzender des Senior-Schläger-Vereins in Hameln und beklagte als solcher den Bürokratismus. „Es ist unwahrscheinlich, wie die Bürokratie ehrenamtliches Engagement bremst“, sagte er in Richtung Meißner und betonte, dies erst nach seiner 34-jährigen Verwaltungstätigkeit kennengelernt zu haben.

Per Powerpoint-Präsentation stellte Sozialpädagoge Jörg Fischer dem Gast die in Niedersachsen einmalige Einrichtung für Obdachlose vor. Seit im Senior-Schläger-Haus am Ostertorwall Übernachtungsmöglichkeit, Tagestreff und Beratung unter einem Dach vereint seien, habe die Einrichtung an Zulauf gewonnen. Insgesamt aber steige die Armut, werde es immer schwieriger, kleinen Wohnraum im unteren Preissegment zu finden, um Nichtsesshafte wieder in die Gesellschaft integrieren zu können. Der Sozialpädagoge appellierte deshalb an die Politik, entsprechend zu agieren.

„Ein sehr gutes Projekt“, zeigte sich die Politikerin angetan und betonte, diese Idee mit nach Europa nehmen zu wollen. „Sollte ich in eine Diskussion über Obdachlosigkeit kommen, werde ich auf Hameln verweisen“, versprach Gesine Meißner.

Das Senior-Schläger-Haus sei ein gutes Beispiel, über das man reden könne, lobte sie. Allerdings betonte die Liberale auch, dass Sozialpolitik Aufgabe der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten sei: „Wir wollen, dass allen Menschen in der EU geholfen wird. Aber das einheitlich hinzukriegen, ist äußerst schwierig. Es liegt an der differenzierten Gesetzgebung.“ Und auch Hans-Jürgen Krauß beklagte: „Es gibt keine Harmonisierung im sozialen Bereich.“

Hans-Jürgen Krauß (vorn li.), Vorsitzender des Senior-Schläger-Haus-Vereins, erläutert Gesine Meißner im Beisein des Vorsitzenden der Europa-Union, Reinhard Burdinski (re.), die Einrichtung am Ostertorwall.Wal

Hans-Joachim Weiß, DEWEZET

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